Engel

                                                                                  Holzschnitzer Peter Staffler - Holzschnitzerei - Krippen - Krippenfiguren

Weihnachtskrippe - Hauskrippe








 

Ochs und Esel in der Weihnachtskrippe


In den ersten Krippen Darstellungen mußte das Jesukind ohne Eltern auskommen; es befand sich lediglich in Begleitung von Ochs, Esel.
Engel und einem Hirten, erst später kamen Maria und Josef dazu.
In der Barockzeit entstanden prächtige und figurenreiche Krippen, auf denen die Weihnachtsgeschichte mitunter sogar in mehreren Stationen erzählt wurde: von der Suche nach der Herberge bis zur Flucht nach
Ägypten.

Die Tiere sind älter als alle anderen Krippenfiguren. Ochs und Esel sind die ältesten Geschwister des Jesukindes.
Der Kirchenvater Origenes nennt sie die Symboltiere, die auf den Messias hinweisen. Der Ochse, der Stier, galt in der Antike immer als Prinzip der Fortpflanzung, der Stärke, der Herrschaft und des Lebens. Dieser Kult lebt im hinduistischen Indien durch die Verehrung des Rindes weiter.

In Ägypten war der Apis-Stier das Symbol für Fruchtbarkeit und Ertragsfähigkeit. Der Stier wird von der Venus beeinflußt und stellt Sexualkraft dar. In den vorderasiatischen Kulturen galt der Stier als Ursymbol der
europäischen Welt und war als Rind immer auch ein Opfertier. Der Esel wird von Saturn beeinflußt und symbolisiert die Persönlichkeit. Mit anderen Worten die niedere Natur des Menschen, die auch der „alte Adam“ genannt wird. Als orgiastisches, bachantisches Kulttier, aber auch als geduldiges, ausdauerndes Lasttier. Diesen genügsamen Gehilfen konnte sich auch der kleine Mann leisten. Für die Griechen gehörte der Esel zum Weingott Dionysos. Esel waren schon vor sechstausend Jahren
in Kleinasien gezähmt worden und kamen über das römische Reich in viele Länder. So wurden Sie auch im Mittelalter durch Mönche im heutigen Mitteleuropa als Lasttiere verwendet.

Der „dumme“ Esel ist anhänglich und vorsichtig. Bei den Römern ist er ein göttliches Tier, das immer wieder den Gottessohn Christus trägt.

 

   

Daneben und vor allem ist er aber ein Tier des Friedens. Auf einem Esel zieht Jesus später in Jerusalem ein, zum Zeichen, dass er ein „Friedensfürst“ ist, kein Heerführer, kein machtvoller Despot, kein Unterdrücker. Ochs und Esel wärmten das Jesukind mit ihrem Atem. In den Einweihungslehren heißt es: „wenn der Mensch beginnt, an seiner Vervollkommnung zu arbeiten, gerät er mit den Kräften seiner Persönlichkeit und seiner Sinnlichkeit in Konflikt. Wenn es also einem Eingeweihten gelingt, Stier und Esel in seinem Inneren zu wandeln und sie in seine Dienste zu stellen, dann nähren sie das neugeborene
Kind mit ihrem Atem. Diese Kräfte belästigen, verwirren und quälen ihn dann nicht länger, sondern werden zu belebenden Energien. Der Atem ist bereits das Leben. ...“


Esel und Ochs dienten dem Jesukind, was bedeutet, daß Persönlichkeit und Sinnlichkeit dem dienen, in dem Christus wohnt, denn sie sind außergewöhnlich nützliche Kräfte, wenn sie zu einer Arbeit eingespannt werden können. Ochs und Esel sind nicht nur Ausdruck einer weihnachtlichen
Idylle. Sie sind auch Sinnbilder für das Judentum (Ochs) und
das Heidentum (Esel) und stellen die alten Welten dar, die am Anfang einer neuen Zeit wachen. Aber in ihnen dokumentiert sich auch die Schwierigkeit des Übergangs. In einem Mattäusevangelium, das nicht in den Kanon der anerkannten Evangelien aufgenommen wurde und das in
der Gegenwart dieser beiden Tiere die Erfüllung der Aussage des Buches Jesaja (1, 2+3) sieht heißt es :"Ich habe Kinder aufgezogen; und jetzt, wo sie herangewachsen sind, sagen sie sich von mir los!

Jeder Ochs kennt seinen Herrn und jeder Esel die Futterkrippe seines Meisters. Israel jedoch will nicht begreifen, wem es gehört. Mein Volk will keine Vernunft annehmen. Das jüdische Volk hat keinen Verstand,
denn es geht unter dem Joch des Gesetztes, und die „dumme“ Heidenwelt trägt wie ein Lasttier an ihren Sünden.“ 
Fortsetzung

 


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Holzschnitzer Katalog  Seite 150  Weihnachtskrippen
 
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